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Etymologie:
Ophrys: von gr. όφρύς ophrys = Augenbraue; sphegodes: von gr. σφηκώδης sphegodes = wespenähnlich (σφήξ sphex = Wespe).
Merkmale:
Im Vergleich zur ähnlichen Kleinen Spinnen-Ragwurz meist in allen Dimensionen größer. Pflanze mit 3-6 kräftigen, blaugrünen, breit-lanzettlichen Rosettenblättern sowie mehreren scheidigen Stängelblättern. Blütenstand locker, 2-10 blütig. Sepalen länglich-eiförmig, 10-15 mm lang, grün bis weißlich-grün, manchmal mit leichtem rosafarbenem Ton. Petalen gelbgrün bis braunrot, mindestens halb so lang wie die Sepalen, fast rechteckig, oft mit gewelltem Rand. Lippe tief dunkel-braun, 9-14 mm lang, meist breiter als lang, gewöhnlich nicht ganzrandig, sondern ansatzweise dreilappig mit mehr oder weniger stark gehöckerten und beaarten Seitenpartien. Anhängsel meist fehlend, Lippenrand manchmal etwas gelblich, aber nicht so ausgeprägt wie bei Ophrys araneola. Mal H-förmig, das Basalfeld umgreifend, graublau bis violettblau. Säulchen kurz zugespitzt.
Standort:
Halbtrockenrasen, Magerwiesen, buschige Hänge und Randbereiche lichter Kiefernwälder. Ausschließlich auf Kalkböden, sehr frostempfindlich und wärmeliebend, gern auf wechselfeuchten Böden.
Verbreitung und Bestandssituation:
Die Große Spinnen-Ragwurz galt in der Rhön lange Zeit als erloschen beziehungsweise fehlend; aktuelle Vorkommen waren nicht bekannt und alte Literaturangaben waren nicht von der Kleinen Spinnen-Ragwurz unterschieden. Die nächsten bekannten Funde lagen südwestlich im Taubergebiet und nordöstlich in Thüringen. Seit 1997 (Riechelmann) wurden jedoch zunächst in Mainfranken, dann auch im Randgebiet der Rhön Funde bekannt, teils an altbekannten Standorten der Kleinen Spinnen-Ragwurz. Die wenigen Rhöner Vorkommen bilden nun eine Brücke zwischen den altbekannten Vorkommen im Main-Tauber-Gebiet und im Thüringer Becken. An älteren Fundangaben liegen nur wenige Nachweise aus dem Bergwinkel vor, doch in 2005 wurde dort wieder eine Einzelpflanze gefunden, derzeit der einzige aktuelle hessische Nachweis im Bearbeitungsgebiet. Einzelpflanzen wurden auch an der Fränkischen Saale gefunden, sie sind inzwischen schon wieder verschwunden (vielleicht angesalbt?). Die Populationen der thüringischen Rhön gehen wohl allesamt auf Ansalbungen zurück; ein bekanntes Vorkommen bei Meiningen wurde mit Pflanzen aus der Jenaer Gegend »gegründet«, und inzwischen wurden dort auch noch mediterrane Pflanzen und Hybriden eingebracht. Inzwischen hat sich die Große Spinnen-Ragwurz hier gut vermehrt und kann als eingebürgert gelten.
Gefährdung:
Da bisher im Gebiet nur wenige Wuchsorte bekannt sind, muß die Große Spinnen-Ragwurz bei uns als vom Aussterben bedroht gelten. |