Orchideen der Rhön:
Großes Zweiblatt – Neottia ovata

16. September 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Neottia ovata (L.) Bluff & Fingerh. 1838
Basionym Ophrys ovata L. 1753
Synonyme Epipactis ovata (L.) Crantz 1769
Helleborine ovata (L.) F.W.Schmidt 1793
Malaxis ovata (L.) Bernh. 1800
Listera ovata (L.) R.Br. 1813
Serapias ovata (L.) Steud. 1821
Distomaea ovata (L.) Spenn. 1825
Pollinirhiza ovata (L.) Dulac 1867
Diphryllum ovatum (L.) Kuntze 1891
Bifolium ovatum (L.) Nieuwl. 1913
Listera multinervia Peterm. 1844
Deutsche Namen Großes Zweiblatt
Blütezeit Mitte Mai – Mitte Juni
Wuchshöhe 20 – 60 cm
Blütengröße 8 – 15 mm
Pflanzengesellschaften V Alno-Ulmion
V Carpinion-betuli
O Molinietalia
V Mesobromion
Florenelement meridional submeridional temperat boreal
Rote Listen Deutschland: * (ungefährdet)
Bayern: * (ungefährdet)
Hessen: * (ungefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 63% der MTBl.-4tel
verschollen: 19%
Höhenverbreitung:
von ca. 180 m bis 950 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 

 
Etymologie:
Neottia: von gr. νεοττια neotteia, Nest; ovata: von lat. ovatus = eiförmig. Bis vor kurzem wurde diese Art in der nun aufgelösten Gattung Listera geführt, die nach dem Leibarzt der englischen Königin Anna, Martin Lister (1638-1712), benannt war.

Merkmale:
Pflanze völlig grün. Zwei große, eiförmige Laubblätter (4-13 cm lang und 3-8 cm breit) stehen sich im unteren Drittel des Stängels gegenüber; selten sind es auch drei oder gar vier. Lockere, aber lange Blütenähre. Blüten abstehend, grün bis gelblich, manchmal mit bräunlichen Rändern. Sepalen und Petalen etwas zusammenneigend, aber keinen Helm bildend. Relativ große, tief eingeschnittene zweilappige Lippe (7-15 mm lang) mit Nektarspur in der Mitte.

Standort:
Sehr anpassungsfähige Art, die in schattigen Laub- und Laubmischwäldern, an Waldrändern, in Gebüschen, auf Bergwiesen und Magerrasen sowie in Feuchtwiesen und Sümpfen vorkommt. Auf mäßig frischen bis nassen Böden, nicht an Kalk gebunden, in allen Höhenstufen verbreitet.

Verbreitung und Bestandssituation:
Das Große Zweiblatt ist in der gesamten Rhön nicht selten und aufgrund ihrer ökologischen Variabilität auch kaum zurückgegangen. Sie kommt an Waldstandorten (sogar in Fichten-Monokulturen) genauso vor wie auf sonnigen Standorten und in wechselfeuchten Wiesen. Ihr ökologisches Optimum findet sie in Saumbereichen und an den wechselfeuchten Unterhängen (oft Schichthorizonten) von Kalk-Halbtrockenrasen.

Gefährdung:
Als häufige und ökologisch vielseitige Art ist das Große Zweiblatt in der Rhön nicht gefährdet.

Mehr zum Großen Zweiblatt:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Großes Zweiblatt