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Die Nadelwälder der Rhön sind nicht natürlichen Ursprungs; sie entstanden vor allem durch das planmäßige Aufforsten schnellwüchsiger Hölzer wie Fichte, Kiefer, Schwarzkiefer und auch Lärche. Die Fichte kommt im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen nicht von Natur aus in der Rhön vor, und vom natürlichen Verbreitungsgebiet der Kiefer wird lediglich die Meininger Gegend berührt. Bei den vielen Kiefernbeständen der Fränkischen Rhön kann es sich teilweise auch um Anflug auf ehemaligen Hutungen handeln. Erste Aufforstungen wurden bereits im späten 19. Jahrhundert angelegt, die meisten der Nadelwälder stammen jedoch aus der Zeit des Dritten Reichs. Bis in die 1970er Jahre wurden noch neue Nadelwälder angelegt, seitdem kaum noch.
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Während die Fichtenwälder artenarme, dunkle Monokulturen bilden, kann sich in den ungleich lichteren Kiefernwäldern eine artenreiche Flora und Fauna ansiedeln, insbesondere auf den Kalkstandorten. Auch seltene und bedrohte Arten kommen hier vor. Anstelle ehemaliger Hutungen sind oftmals auch Reste der Halbtrockenrasenflora zu finden. Ältere Kiefernforste werden infolge natürlicher Sukzession von Laubgehölzen unterwandert. Die dichte Strauchschicht drängt dann die lichtliebenden Orchideen zurück, Laubbäume dominieren langfristig über die Nadelbäume. So erscheinen Bestandsrückgänge bei vielen Arten vorprogrammiert, insbesondere beim Kriechenden Netzblatt. Wertvolle Nadelwaldstandorte können durch Entbuschen und partielles Auflichten gepflegt werden. Neuanpflanzungen von Kiefernwäldern sollten nicht länger tabu sein, um den Arten der Nadelwälder auch in Zukunft Lebensräume zu bieten.
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Eine Charakterart der aller Nadelwälder ist der Fichtenspargel (Monotropa hypopitys). In fortgeschrittenen Sukzessionsstufen hin zur natürlichen Klimaxvegetation trifft man auf auffällige Straucharten wie Geißblatt und Heckenkirsche (Lonicera periclymenum und xylosteum), Waldrebe (Clematis vitalba), Kornelkirsche (Cornus mas), Seidelbast (Daphne mezereum) und Berberitze (Berberis vulgaris).
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An Kräutern sind Hirschwurz (Peucedanum cervaria), Leinblatt (Thesium pyrenaicum) und Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) nicht selten, die Charakterart in der Krautschicht des Steppenheidewaldes ist jedoch der Echte Gamander (Teucrium chamaedrys). Als Seltenheiten kommen Einblütiges Wintergrün (Pyrola uniflora) und Gelbe Sommerwurz (Orobanche lutea) vor. Zu den attraktivsten Bewohnern lichter Nadelwälder in der Fränkischen Rhön zählen Diptam (Dictamnus albus), Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora) und Blauroter Steinsame (Lithospermum purpureocaeruleum) und – als besonderes Kleinod – an wenigen Stellen sogar das Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis). In unermeßlichen Massen bevölkert die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) die lichtdurchfluteten Kiefernwälder. Alle letztgenannten Arten überschreiten den Hauptkamm der Rhön nicht.
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Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) findet in Mischwäldern mit hohem Nadelholzanteil gute Wuchsbedingungen, er ist jedoch sehr selten. Häufiger sind Braunrote, Breitblättrige und Müllers Stendelwurz (Epipactis atrorubens, E. helleborine, E. muelleri), Weißes und Rotes Waldvögelein (Cephalanthera damasonium und C. rubra), Großes Zweiblatt (Neottia ovata), Nestwurz (Neottia nidus-avis), Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera), Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha), Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) im Kiefernwald zu finden, stellenweise auch Manns-, Helm- und Purpur-Knabenkraut (Orchis mascula, O. militaris und O. purpurea) sowie Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii).
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In Aufforstungen mit (noch) hohem Kiefernanteil trifft man auch das Netzblatt (Goodyera repens) an, das etwas Feuchtigkeit und moosige Stellen verlangt. Es ist ein ausgesprochener Kiefernwald-Spezialist; es findet in etwa 40jährigen Kiefernbeständen sein ökologisches Optimum und kommt vor allem im südöstlichen Rhön-Randgebiet vor. |