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In der evolutionären Fortentwicklung der Orchideen kommt der Hybridisierung eine große Bedeutung zu. Etablierte Hybridsippen können einen eigenen Entwicklungsfortgang einschlagen und sich zu selbstständigen Arten entwickeln.
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Kaum eine andere Pflanzenfamilie neigt so stark zur Bastardierung wie die Orchideen. Ursache ist wahrscheinlich das geringe entwicklungsgeschichtliche Alter der Orchideen, während ihrer bisherigen Evolution haben viele Arten trotz Überschneidung ihrer ökologischen Nischen noch keine ausreichenden Schutzmechanismen gegen Bastardierung entwickeln können.
Für eine erfolgreiche Kreuzbestäubung müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die beiden beteiligten Arten müssen genetisch zueinander passen. Die Verwandtschaftsbeziehungen der Arten und Gattungen untereinander spielen eine wesentliche Rolle bei der Eventualität und Frequenz der Hybridisierung. Die Arten dürfen weder geographisch noch ökologisch noch phänologisch isoliert sein, sie müssen also im gleichen Biotop wachsen und auch ihre Blütezeiten müssen sich überlappen. Das Bestäubungsinsekt muß an beide Arten angepaßt sein.
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Auch nach erfolgreicher Hybridbestäubung ist die gesunde Entwicklung der Hybridpflanze nicht gewährleistet, denn eine blühfähige Hybridpflanze ist nicht unbedingt mit fertilen Blütenorganen ausgestattet. Wenn jedoch alle Barrieren überwunden sind, können sich Hybridsippen auf Dauer stabilisieren. Dank des »Heterosis-Effektes« sind Hybridpflanzen mitunter kräftiger und leistungsfähiger als ihre Eltern, und stellenweise dominieren die Hybriden an den Standorten über ihre Elternarten. Dies ist beispielsweise bei der Hybride von Helm- und Purpur-Knabenkraut (Orchis militaris × Orchis purpurea = Orchis × hybrida) zu beobachten. Dies kann dazu führen, daß am Standort irgendwann nur noch die Hybridsippe vorkommt, aber nicht mehr die Elternarten.
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