Orchideen der Rhön:
Orchideenhybriden in der Rhön

8. Juli 2008

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In der Rhön wurden bislang folgende Hybriden nachgewiesen:

Hybridname Hybridformel, Anmerkungen
Cephalanthera × schulzei E.G. Camus, Bergon & A. Camus 1908 Cephalanthera damasonium × Cephalanthera longifolia
Weißes Waldvögelein × Schmalblättriges Waldvögelein
selten, beispielsweise in der Thüringischen Rhön (Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996) oder jüngst im Bergwinkel (M. Raschka, schriftlich, 2008) nachgewiesen.
× Dactylodenia gracilis A. Camus
× Dactylodenia st-quintinii Godfery 1933
Dactylorhiza fuchsii × Gymnadenia conopsea
Fuchs’ Knabenkraut × Mücken-Händelwurz
Sehr selten in der Thüringischen Rhön nachgewiesen. Beschreibung und Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996
Dactylorhiza × aschersoniana (Hausskn.) Borsos & Soó 1960 Dactylorhiza incarnata × Dactylorhiza majalis
Fleischfarbenes Knabenkraut × Breitblättriges Knabenkraut
Sehr selten, nur am südlichen Gebietsrand nachgewiesen (Malkmus 1994, 2006).
Dactylorhiza × braunii Halacsy 1881 Dactylorhiza fuchsii × Dactylorhiza majalis
Fuchs’ Knabenkraut × Breitblättriges Knabenkraut
eine der häufigeren Naturhybriden in der Rhön. Zerstreut an gemeinsamen Wuchsorten der Art, vor allem in Hangmooren der zentralen und östlichen Rhön.
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Epipactis × schmalhausenii K. Richter 1890 Epipactis atrorubens × Epipactis helleborine
Braunrote Stendelwurz × Breitblättrige Stendelwurz
Sehr selten, bisher nur in der Thüringischen Rhön nachgewiesen. Beschreibung und Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996
Epipactis × reinekei Bayer 1986 Epipactis helleborine × Epipactis muelleri
Breitblättrige Stendelwurz × Müllers Stendelwurz
Sehr selten, bisher bei Fulda (Helmer, Klüber 1998) sowie in der Thüringischen Rhön nachgewiesen (Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996)
Ophrys × apicula J. C. Schmidt 1851 Ophrys araneola × Ophrys insectifera
Kleine Spinnenragwurz × Fliegen-Ragwurz
Sehr selten, bisher an zwei Fundorten im Bereich des Saaletals nachgewiesen. Zumindest an einem der Fundorte höchstwahrscheinlich anthropogen.
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Orchis × loreziana Bruegger 1874
Orchis × haussknechtii M. Schulze 1885
Orchis mascula × Orchis pallens
Manns-Knabenkraut × Blasses Knabenkraut
Sehr selten an einigen Orchis-pallens-Fundorten bei Meiningen. Zeitweise war dort eine Hybride von Orchis pallens mit der weiß blühenden Orchis mascula zu sehen: von Kümpel als Orchis × haussknechtii nf. alboflavida beschrieben; große Abbildung oben.
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Orchis × hybrida Boenningh. 1830 Orchis militaris × Orchis purpurea
Helm-Knabenkraut × Purpur-Knabenkraut
Selten am östlichen und südlichen Gebietsrand, jedoch konstant und mitunter zahlreich auftretend.
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Orchis × spuria Rchb. f. 1849 Orchis anthropophora × Orchis militaris
Ohnsporn × Helm-Knabenkraut
Sehr selten, an zwei Fundorten in der thüringischen Rhön sowie temporär an der Fränkischen Saale nachgewiesen, zumindest am letzteren Standort höchstwahrscheinlich anthropogen.
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Platanthera × hybrida Brügger 1882 Platanthera bifolia × Platanthera chlorantha
Weiße Waldhyazinthe × Grünliche Waldhyazinthe
Sehr selten an gemeinsamen Fundorten nachgewiesen, wird sicherlich hin und wieder übersehen.

 
Weitere Hybriden wurden nachgewiesen, die höchstwahrscheinlich anthropogenen Ursprungs sind:

Hybridname Hybridformel, Anmerkungen
Ophrys × pietzschii Kümpel 1971 (invalid) Ophrys apifera × Ophrys insectifera
Bienen-Ragwurz × Fliegen-Ragwurz
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Ophrys × jeanpertii E. G. Camus 1891
Ophrys × neoschulzei A. Camus 1929
Ophrys araneola × Ophrys sphegodes
Kleine Spinnenragwurz × Große Spinnen-Ragwurz
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Ophrys × devenensis Rchb. f. 1851
Ophrys × apiculata Rchb. f. 1851
Ophrys fuciflora × Ophrys insectifera
Hummel-Ragwurz × Fliegen-Ragwurz
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Ophrys × obscura G. Beck 1879
Ophrys × aschersonii De Nanteuil 1887
Ophrys fuciflora × Ophrys sphegodes
Hummel-Ragwurz × Spinnen-Ragwurz
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Ophrys × hybrida Pokorny 1851
Ophrys × reichenbachiana Schulze 1889
Ophrys insectifera × Ophrys sphegodes
Fliegen-Ragwurz × Spinnen-Ragwurz
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Vermeintliche Hybriden auf, die aus genetischen Gründen prinizpiell sehr umstritten sind:

Hybridname Hybridformel, Anmerkungen
Orchis × morioides Brand 1904 Anacamptis morio × Orchis mascula
Kleines Knabenkraut × Manns-Knabenkraut
von dieser Hybride wurde stellenweise in der Literatur berichtet. Die beiden Arten kommen recht oft zusammen vor, vermeintliche Hybriden sind nach derzeitigem Kenntnisstand genetisch ausgeschlossen und beruhen wohl eher auf Verwechslungen mit Extremformen der beiden Arten.
× Orchiplatanthera andreasii Kümpel 1978 Orchis pallens × Platanthera chlorantha
Blasses Knabenkraut × Grünliche Waldhyazinthe
Von dieser Hybride aus der Meininger Gegend berichtete Kümpel (1996, 1998). Vermutlich handelt es sich jedoch um eine Mutation von Orchis pallens.
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