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Die Hochmoore der Rhön entstanden nach der Eiszeit durch die Torfproduktion der Sphagnum-Arten (Torfmoose) in abflusslosen Mulden. Sie gehören nicht nur zu den Wahrzeichen der Rhön, sondern sind auch Lebensräume von unersetzlichem Wert, wichtige Zwischenglieder der nordischen und alpinen Moore. Zahlreiche nordisch-boreale Relikte haben hier ein Refugium gefunden, teils weitab ihrer Hauptverbreitungsgebiete. Die Hochmoore gehören zu den wenigen primär waldfreien Standorten der Rhön. Typisch für ein Hochmoor ist die Aufwölbung im Zentrum, wo die Torfschichten am dicksten sind. Hier bilden sich auch die »Mooraugen«, kleine Tümpel mit braunem Moorwasser.
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In Tausenden von Jahren durch die Torfproduktion der Sphagnum-Moose entstanden, sind sie im vergangenen Jahrhundert leider von Trockenlegungsplänen (Nazi-Tätigkeiten im Schwarzen Moor) und Torfabbau (im Roten Moor) beschädigt worden. Während die Hochmoore auf der Hohen Rhön abflußlose Mulden ausfüllen, sind die beiden Hochmoore der Thüringer Rhön als verlandete Dolinenseen anzusehen.
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Im Lagg, in den Übergangszonen rings um das Hochmoor, sind ausgedehnte Karpatenbirkenbestände (Betula carpatica) anzutreffen, die in ihrer Größe einmalig in Mitteleuropa sind. Aus der reichhaltigen Moorflora sind zu nennen: Wollgräser (Eriophorum spec.), Sonnentau (Drosera rotundifolia) und Siebenstern (Trientalis europaea). Als Eiszeitrelikte wachsen im Moor Zwergsträucher wie Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Rosmarinheide (Andromeda polyfolia) und Krähenbeere (Empetrum nigrum).
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Als einzige Orchideenart und als absolute Rarität kommt das Sumpf-Weichkraut (Hammarbya paludosa) in den Hochmooren der Rhön vor, zwar nicht auf der Hohen Rhön, aber in Verlandungsmooren der Thüringer Rhön. Keine andere heimische Orchidee kommt mit den extremen Lebensbedingungen im Hochmoor zurecht. Das Sumpf-Weichkraut wächst in den Schwingrasen verlandender Dolinen in der thüringischen Rhön und ist an ihren isolierten Fundpunkten äußerst gefährdet. Das Betreten der Standorte ist strikt verboten, schon die geringste Standortstörung könnte zum Erlöschen der kleinen Vorkommen führen. Die Moore werden am Besten geschützt, indem sie ganz unbeeinträchtigt bleiben.
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