Orchideen der Rhön:
Honigorchis – Herminium monorchis

24. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Herminium monorchis (L.) R.Br. 1813
Basionym Ophrys monorchis L. 1753
Synonyme Orchis monorchis (L.) Crantz 1769
Epipactis monorchis (L.) F.W.Schmidt 1795
Arachnites monorchis (L.) Hoffm. 1804
Satyrium monorchis (L.) Pers. 1807
Herminium clandestinum Gren. & Godr. 1855
Deutsche Namen Honigorchis, Elfenstendel, Einknolle, Herminie
Blütezeit Ende Juni – Mitte Juli
Wuchshöhe 7 – 30 cm
Blütengröße 5 – 8 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Molinion caeruleae
V Caricion davallianae
Florenelement submediterran pannonisch karpatisch südatlantisch mittelatlantisch subatlantisch zentraleuropäisch sarmatisch skandinavisch
Rote Listen Deutschland: 2 (stark gefährdet)
Bayern: 2 (stark gefährdet)
Hessen: 2 (stark gefährdet)
Thüringen: 2 (stark gefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 3% der MTBl.-4tel
verschollen: 6%
Höhenverbreitung:
von ca. 300 m bis 700 m
Gefährdung:
2 (stark gefährdet)

 

 

 

 
Etymologie:
Herminium: von gr. ἑρμίς hermis = Stütze, Bettpfosten (nach dieser Interpretation soll die Blütenähre Ähnlichkeit mit einem gedrechselten Bettpfosten haben); monorchis: von gr. μόνος monos = einzeln und gr. όρχις orchis = Knolle, Hoden.

Merkmale:
Sehr unscheinbare und zierliche Pflanze. Typisch sind die beiden (selten 3-4) grundständigen Laubblätter (2-7 cm lang und 0,5-1,5 cm breit). Stängel schlank, Blütenstand schmal und locker, zum Ende der Blütezeit hin stark verlängert. Die kleinen gelbgrünen Blüten duften stark nach Honig. Die Perigonblätter neigen sich glockenförmig zusammen. Sepalen eiförmig und stumpf, bis 3 mm lang. Petalen länger, schmaler und dreigelappt, wobei der Mittelabschnitt vorgestreckt oder rückwärts umgebogen ist. Die Lippe ist tief dreilappig, wobei die kürzeren Seitenlappen nach der Seite gestreckt sind. Am Grund hat sie eine schüsselförmige Aushöhlung. Die Orchidee vermehrt sich auch vegetativ über lange Ausläufer, an deren Enden sich neue Knollen bilden. Dadurch treten oft kleine Trupps von Blütentrieben auf.

Standort:
Magerrasen, Weiden, Flachmoore. Auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten locker- und kurzrasige Wiesen. Auf basenreichen Böden, meist auf Kalk, am liebsten in montanen Lagen.

Verbreitung und Bestandssituation:
Herminium monorchis kommt nur noch in der Thüringer und in der zentralen Rhön an mehreren Stellen vor, besiedelt einige Standorte aber in ausgedehnten Kolonien. Aufgrund großer Populationen und der hervorragenden Schutz- und Pflegesituation seiner Wuchsorte konnte eine Stabilisation der Vorkommen erreicht werden (vgl. Kümpel 1996). Ein Standort bei Gersfeld wird von Kühen beweidet, was den Pflanzen anscheinend aber nicht schadet, da sie vom Vieh am Steilhang nicht zertreten werden.

Gefährdung:
Aufgrund ihrer Seltenheit ist Herminium monorchis trotz großer Populationen und deren Schutz und Pflege in der Rhön gegenwärtig stark gefährdet.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de| Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Einknollige Honigorchis