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Die Niederungs-Feuchtwiesen in den Auen der Flüsse, die von der Rhön aus sternförmig entwässern, zeichnen sich durch einen hohen Grundwasserstand und wasserundurchlässigen Boden aus. Sie sind so fruchtbar und ertragreich, dass sogar bei traditioneller Wirtschaftsweise mehrere Mahden im Jahr möglich sind. Die Pflanzen dieser Habitate müssen an die speziellen Bedingungen der Feuchtwiesen gut angepasst sein; sie müssen periodische Überflutungen ebenso überstehen können wie Austrocknungen der Böden.
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Im Gebiet der Rhön sind ausgedehnte Feuchtwiesenkomplexe vor allem in den südlichen Randgebieten erhalten, beispielsweise in den Tälern von Sinn, Schondra und Schmalwasserbach, aber auch entlang der größeren Flüsse wie Fulda, Werra und Saale. Viele Feuchtwiesen wurden drainiert und gedüngt, um den Futterwert zu erhöhen. Auch durch Intensivbeweidung und Bauschuttverfüllung gingen ökologisch wertvolle Habitate verloren. Bis in unsere Zeit sind Talwiesen durch die Erschliessung neuer Gewerbe- und Baugebiete samt ihrer Infrastruktur bedroht.
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Die Pflanzenarten der Feuchtwiesen sind starken Bedrohungen ausgeliefert, weil ihre ursprünglichen Biotope an vielen Stellen drainiert und intensiv genutzt wurden. Eine Art, die die Feuchtwiese schon von weitem als solche erkennbar macht, ist die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Gemeinsam mit ihr kommen die weitaus häufigeren Arten Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) vor, an manchen Bachufern ist der Märzbecher (Leucojum vernum) anzutreffen. Gemeinsam mit ihm wachsen auch die Gelbstern-Arten (Gagea spec.) und die Weiße Pestwurz (Petasites albus). Ein seltener Bewohner mancher Feuchtwiesen ist die Natternzunge (Ophioglossum vulgatum). Weitbekannt und im Frühjahr vielbesucht sind die Talwiesen des Sinngrundes, wo die sonst äußerst seltene Schachblume (Fritillaria meleagris) zu Abertausenden wächst.
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Etwas häufiger sind in ungedüngten Talgründen noch Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und Großes Zweiblatt (Neottia ovata) zu finden. An wechselfeuchten Standorten wachsen Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), Kleines Knabenkraut (Anacamptis morio) und Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia). Sehr selten kommt das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)) in nassen Talwiesen vor. Zwei Orchideenarten, die in Riedwiesen vorkamen, sind ausgestorben: Das Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis coriophora), das Franz Caspar Lieblein bei Fulda fand, wurde bereits seit 200 Jahren nicht mehr nachgewiesen. Das Sumpf-Knabenkraut (A. palustris) wurde nur in den 1970er Jahren in zwei Exemplaren im Sinntal gefunden – nie zuvor und auch nie mehr nachher.
Viele intakte Feuchtwiesenkomplexe der Rhön stehen unter Naturschutz. Dennoch können die Orchideenvorkommen dieser Lebensräume nur erhalten werden, wenn die regelmäßige Mahd fortgeführt und auf die Entwicklungszyklen der Orchideen abgestimmt wird.
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