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Etymologie:
Epipactis: Dieser Pflanzenname wurde von Theophrast, einem antiken griechischen Philosophen und Botaniker, geprägt. Er verwendete ihn jedoch für andere Pflanzen. Erst der Göttinger Botanik-Professor Johann Gottfried Zinn wandte ihn 1757 auf die Stendelwurze an. helleborine: Therophrast erwähnte den Pflanzennamen ἑλλέβορος Helleboros, meinte damit vermutlich aber den Germer (Veratrum), dessen Blätter denen der Breitblättrigen Stendelwurz ähneln.
Merkmale:
Stattliche Pflanze mit großen eiförmigen, meist waagrecht abstehenden und deutlich rinnigen Blättern. Diese stehen im Gegensatz zu den ähnlichen autogamen Epipactis-Arten normalerweise nicht zweizeilig. Ähre einseitswendig, lang und reichblütig. Die Blüten sind in der Färbung äußerst variabel: Am häufigsten sind sie grünlich und etwas violett oder rötlich überlaufen. Das Farbspektrum reicht jedoch vom reinen Grün bis hin zum tiefen, dunklen Weinrot. Hypochil innen oliv bis purpurbraun, glänzend, nektarführend. Epichil herzförmig mit zurückgeschlagener Spitze, am Grund mit zwei glatten Höckern. In der offenen Blüte sind die Pollinien mit ihren kugelförmigen Klebedrüsen vollständig funktionsfähig (Unterschied zu den autogamen Stendelwurz-Arten). Auffällig ist ein standortabhänginger Dimorphismus: Vollsonnig wachsende Pflanzen sind eher kräftig, schattig wachsende Pflanzen eher schlank.
Standort:
Schattige bis lichte Wälder (besonders Laub- und Mischwälder), Gebüsche, ausnahmsweise auch vollsonnige Halbtrockenrasen, auf trockenen bis frischen, meist tiefgründigen, nährstoffreichen und meist basischen Böden.
Verbreitung und Bestandssituation:
Die Breitblättrige Stendelwurz kommt noch ziemlich regelmäßig in naturnahen Wäldern vor. Diese Art ist auch bei uns außerordentlich anpassungsfähig, sie wächst in zahlreichen Wald- und Saumgesellschaften und gehört zu den wenigen Arten, die auch in artenarmen Monokulturen wächst und sogar in den Siedlungsbereich vordringt (Stadtparks, Friedhöfe). Obwohl dichte Bestände die Ausnahme sind, gehört sie zu den häufigsten Waldorchideen in der Rhön, lediglich in den Buntsandsteingebieten fehlt sie stellenweise. Bestandsrückgänge sind bislang nicht ausgeprägt.
Gefährdung:
In der Rhön ist diese Art gegenwärtig nicht gefährdet.
Hybriden:
Epipactis helleborine × Epipactis atrorubens (Epipactis × schmalhausenii K. Richter 1890), Breitblättrige Stendelwurz × Braunrote Stendelwurz. Sehr selten, bisher nur in der Thüringischen Rhön nachgewiesen. Beschreibung und Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996.
Epipactis helleborine × Epipactis muelleri (Epipactis × reinekei Bayer 1986), Breitblättrige Stendelwurz × Müllers Stendelwurz. Sehr selten, bisher bei Fulda (Helmer, Klüber 1998) sowie in der Thüringischen Rhön nachgewiesen (Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996).
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