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Etymologie:
Dactylorhiza: von gr. δάκτυλος dactylos = Finger und ρίζα rhiza = Wurzel ; viridis: von lat. viridis = grün. Die Einordnung in die Gattung Dactylorhiza erfolgte unter Berücksichtung phylogenetischer Gesichtspunkte, ist jedoch nicht unumstritten. Der bislang üblich Gattungsname Coeloglossum kommt von gr. κοίλος koilos = hohl, ausgehöhlt und gr. γλώσσα glossa = Zunge.
Merkmale:
Kräftige, oft gedrungen wachsende Pflanze. Im Gebirge meist klein und unscheinbar bleibend, im Hügelland dagegen oft auch recht stattlich. 3-7 am Stängel verteilte, bis 10 cm lange eiförmige Laubblätter. Blütenstand dichtblütig mit bis zu 25 kleinen, farblich sehr variablen Blüten (gelblichgrün bis rostbraun). Tragblätter mindestens so lang wie die Blüten. Die Perigonblätter bilden einen lockeren Helm über der dreilappigen, nach unten breiter werdenden Lippe; deren Seitenlappen sind etwas länger als der zahnartige Mittellappen.
Standort:
Im Gebirge auf Bergwiesen, Zwergstrauchheiden und Almen über sauren oder zumindest versauerten humosen Böden bis in große Höhen. Im Hügelland dagegen vorwiegend auf kalkreichen, flachgründigen Magerrasen.
Verbreitung und Bestandssituation:
Die Grüne Hohlzunge besitzt in unserem Gebirge, entsprechend den unterschiedlichen Standortansprüchen, zwei Verbreitungsgebiete: Die Hohe Rhön und den Bergwinkel. Sie ist im Vergleich zu früher in beiden Gegenden enorm stark zurückgegangen. Auf der Hohen Rhön sind die Bestände schon fast ganz erloschen, nur noch ein Fundort ist aktuell bestätigt. Im Gegensatz zum ökologisch ähnlichen Weißzüngel war die Grüne Hohlzunge auf den Bergwiesen der Hohen Rhön jedoch früher nicht selten. Warum die Art so drastisch zurückgegangen ist, erscheint schwer erklärlich, da noch genügend potentielle Standorte vorhanden sind. Im Bergwinkel ist die Situation nicht ganz so dramatisch, hier besitzt die Art noch vitale und relativ umfangreiche Populationen, wenngleich auch hier bereits etliche Standorte durch landwirtschaftliche Intensivierung verlorengegenagen sind. Somit hat sich der Verbreitungsschwerpunkt vom Mittelgebirge ins Hügelland verlagert. Ähnliches wird aus Thüringen berichtet (AHO Thüringen, 1997). Angesichts dieser insgesamt prekären Situation genießen die verbliebenen Vorkommen höchste Schutzpriorität.
Gefährdung:
In der Hohen Rhön ist die Grüne Hohlzunge akut vom Aussterben bedroht, im Bergwinkel ist sie gefährdet. |
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Problematik:
In der Rhön tritt Dactylorhiza viridis wie erwähnt im Hügelland und im zentralen Mittelgebirge auf.
Hinsichtlich ihrer Morphologie und Ökologie differiert sie in diesen Verbreitungsgebieten auffallend stark: Die Pflanzen im Hügelland (»colline« Form) sind oft sehr stattlich und blühen erstaunlich früh, oft schon Anfang Mai, etwa zeitgleich mit dem Manns-Knabenkraut. Die Art wächst hier an sonnigen Kalk-Halbtrockenrasen mit wenig Substrat, teils in Gesellschaft von sehr wärmeliebenden Arten wie Bocks-Riemenzunge und Spinnenragwurz. In der Hohen Rhön (»montane« Form) blüht sie dagegen erst ab Mitte Juli, oft bis in den August hinein, jedenfalls lange nachdem das hier ebenfalls vorkommende Manns-Knabenkraut abgeblüht ist. Die wenigen noch vorkommenden Pflanzen sind unscheinbar, gedrungen und entsprechen eher dem Hochgebirgstyp der Art. Der Standort ist hier ein wechselfeuchter Nordhang mit starker Humusauflage, auf dem beispielsweise auch das Sumpf-Herzblatt vorkommt.
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