Orchideen der Rhön:
Fuchs’ Knabenkraut – Dactylorhiza fuchsii

21. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Dactylorhiza fuchsii (Druce) Soó 1962
Basionym Orchis fuchsii Druce 1914 publ. 1915
Synonyme Dactylorchis fuchsii (Druce) Verm. 1947
Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii (Druce) Hyl. 1966
Deutsche Namen Fuchs’ oder Fuchssches Knabenkraut, Fuchs’ oder Fuchssche Fingerwurz
Blütezeit Ende Mai – Anfang Juli
Wuchshöhe 20 – 80 cm
Blütengröße 12 – 15 mm
Pflanzengesellschaften V Tilio-Acerion
V Erico-Pinion
K Scheuchzerio-Caricetea fuscae
O Molinietalia
Florenelement westmediterran submeridional temperat boreal arktisch
Rote Listen bezogen auf Dactylorhiza maculata agg.:
Deutschland: 3 (gefährdet)
Bayern: 3 (gefährdet)
Hessen: 3 (gefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 53% der MTBl.-4tel
verschollen: 24%
Höhenverbreitung:
von ca. 180 m bis 900 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 

 

 

 

 
Etymologie:
Dactylorhiza: von gr. δάκτυλος dactylos = Finger und ρίζα rhiza = Wurzel ; fuchsii: benannt nach dem Tübinger Medizinprofessor Leonhard Fuchs (*1501, † 1566), Verfasser zahlreicher medizinischer Werke und Autor der berühmten Kräuterbücher.

Merkmale:
Laubblätter 3-12, am Stängel verteilt, lanzettlich und meist kräftig schwarz gefleckt. Typisch sind die farblich sehr variablen rosafarbenen Blüten mit zart gezeichneten Lippen (Schleifen-, Strich- oder Tigermuster). Sporn zylindrisch, schief abwärts gerichtet, etwas kürzer als der Fruchtknoten. Lippe tief dreilappig, Mittellappen weit vorgestreckt. Unteres Laubblatt zungenförmig und stumpf.

Standort:
Feuchte und trockene Wiesen, Säume, Gebüsche, Straßengräben, auch Magerrasen. Mehr auf offenen Flächen. Nicht an Kalk gebunden, wahrscheinlich mehr auf sauren Böden.

Verbreitung und Bestandssituation:
Fuchs’ Knabenkraut ist eine der wenigen Orchideen, die recht gut mit den Bedingungen unserer modernen Kulturlandschaft zurechtkommt. Bis auf wenige Lücken in den Sandsteingebieten ist es fast flächendeckend verbreitet. Sie wächst oft massenhaft und aspektbildend in Straßengräben, aufgelassenen Steinbrüchen und auf Waldlichtungen.

Gefährdung:
Diese schöne und blütenmorphologisch sehr variable Orchidee gehört zu den häufigsten und am wenigsten bedrohten Arten der Familie in der Rhön, da sie als eine der wenigen heimischen Orchideen noch recht gut mit den Bedingungen unserer modernen Kulturlandschaft zurechtkommt.

Hybride:
Dactylorhiza fuchsii (Druce) Soó × Dactylorhiza majalis (Rchb.) P.F.Hunt & Summerh.
(Dactylorhiza × braunii Halacsy), Breitblättriges Knabenkraut × Fuchs’ Knabenkraut.
Eine der häufigeren Naturhybriden in der Rhön. Zerstreut an gemeinsamen Wuchsorten der Art, vor allem in Hangmooren der zentralen und östlichen Rhön.

Problematik:
Bis vor wenigen Jahren ging man im Allgemeinen davon aus, dass auch das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) in der Rhön heimisch sei. Literaturangaben beziehen sich praktisch durchgehend auf dieses Taxon. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist Fuchs’ Knabenkraut jedoch der einzige in der Rhön heimische Vertreter aus der Artengruppe des Gefleckten Knabenkrautes, Dactylorhiza maculata agg. Das Gefleckte Knabenkraut im engeren Sinne wurde bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Fuchs’ Knabenkraut