Orchideen der Rhön:
Rotes Waldvögelein – Cephalanthera rubra

24. September 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Cephalanthera rubra (L.) Rich. 1817
Basionym Serapias rubra L. 1767
Synonyme Epipactis rubra (L.) F.W.Schmidt 1795
Cymbidium rubrum (L.) Sw. 1799
Helleborine rubra (L.) Schrank 1814
Dorycheile rubra (L.) Fuss 1866
Limodorum rubrum (L.) Kuntze 1891
Deutsche Namen Rotes Waldvögelein
Blütezeit Anfang Juni – Mitte Juli
Wuchshöhe 20 – 65 cm
Blütengröße 25 – 30 mm
Pflanzengesellschaften V Cephalanthero-Fagion
V Cytiso ruthenici-Pinion
V Erico-Pinion
Florenelement meridional/montan submeridional temperat
Rote Listen Deutschland: * (ungefährdet)
Bayern: * (ungefährdet)
Hessen: 3 (gefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 39% der MTBl.-4tel
verschollen: 15%
Höhenverbreitung:
von ca. 180 m bis 700 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 

 

 

 
Etymologie:
Cephalanthera: von gr. κεφαλή kephalē, Kopf und ανθηρός anthērós = blühend; dieser Name bezieht sich auf das kopfähnliche Aufsitzen der Anthere auf dem Säulchen; rubra: von lat. ruber = rot.

Merkmale:
Dank ihrer rotlila gefärbten Blüten eine der schönsten heimischen Orchideen und kaum verwechselbar. Der Stängel der grazil gewachsenen Pflanze ist meist etwas hin- und hergebogen. Laubblätter 2-6, leicht rötlich überlaufen, bis zu 14 cm lang, schmal und lang lanzettlich zugespitzt, am Stängel verteilt und schräg nach oben stehend. Blütenstand locker, aber manchmal recht reichblütig (bis 20 Blüten). Tragblätter noch oben kleiner werdend. Blüten gewöhnlich weit offen. Seitliche Sepalen weit abgespreizt, mittleres Sepal und Petalen über der Lippe stehend, mit aufgebogenen Spitzen. Hypochil der Lippe kurz mit aufrecht stehenden Seitenlappen. Epichil lanzettlich mit bräunlich-gelben Längsleisten.

Standort:
Lichte, meist trockene Laubwälder, lichte Steppenheide- und Kiefernwälder, Waldränder und Gebüschzonen. Vorzugsweise halbschattig wachsend, kalkstet.

Verbreitung und Bestandssituation:
In der Rhön ist diese Art hinsichtlich der Verbreitung und Häufigkeit die »mittlere« der drei Waldvögelein-Arten. Sie ist in den Kalkgebieten annähernd lückenlos verbreitet, aber deutlich seltener als das Weiße Waldvögelein, mit dem es fast immer die Wuchsorte teilt. Zwar kommt diese Art verbreitet in den Orchideen-Buchenwäldern vor, die besten Bestände sind jedoch in halbschattigen, lichten Wäldern sowie auf auf Kalk-Halbtrockenrasen zu finden, wo sie an Gehölzsäumen und unter großen Solitärbäumen wächst. Gelegentlich sind auch Pflanzen an schattigen Nordhängen anzutreffen. Gehäufte Fundorte liegen in den klimatisch begünstigten Gebieten: Saaletal, Trauf der Hohen Rhön, Nüsttal, Bergwinkel. Auch sind hier die Bestände am individuenreichsten. Interessant ist ein Vorkommen in der Südrhön über Buntsandstein: Hier hat sich das Rote Waldvögelein auf der aus Kalk bestehenden Bankette einer stark befahrenen Straße angesiedelt.

Gefährdung:
Die Art ist gegenwärtig in der Rhön kaum gefährdet. Lokal ist diese attraktive Art jedoch direkt durch den Menschen (Abpflücken, Ausgraben) bedroht, stellenweise aber auch durch Sukzession und zu dichten Kronenschluss.

Variabilität:
Sehr selten sind weiß blühende Pflanzen (var. alba) anzutreffen; beispielsweise von Alfred Klüber in der Kuppenrhön nachgewiesen (1980er Jahre).

Mehr zum Roten Waldvögelein:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Rotes Waldvöglein