Orchideen der Rhön:
Biologie

7. Juni 2008

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Darwin sagte einmal: »Orchideen haben mich mehr fasziniert als fast alles andere in meinem Leben.« Diese Faszination geht für den Naturfreund natürlich zunächst vom prächtigen Erscheinungsbild der Orchideen aus. Beschäftigt er sich jedoch intensiver mit dieser Pflanzenfamilie, so wird er von der Biologie der Orchideen ebenso fasziniert sein.
 
Der Reiz des Seltenen, des Besonderen umgibt die Orchideen – das liegt sicher nicht nur an ihrer extravaganten, exotischen Gestalt und ihren schönen Blüten, sondern auch an ihren faszinierenden biologischen Eigenheiten. Die Orchideenblüte bedient sich raffinierter Tricks, um Bestäuber anzulocken, und die Mechanismen der Bestäubung sind bei einigen Arten wahrhaft abenteuerlich. Manche Orchideen locken ihre Bestäuber mit Nektar, andere täuschen dagegen nur ein Nektarangebot vor. Wieder andere bieten kleinen Insekten Schlafstätten, und die Ragwurzblüten locken gar mit sexuellen Reizen. Erst getäuscht, dann gehörnt: das Insekt bekommt beim Blütenbesuch ein Pollenpaket aufgeklebt. Und damit es an der nächsten Blüte die Narbe trifft, krümmen sich die Pollenstielchen, so dass die Bestäubung der Orchidee zielgenau und effizient funktioniert.
 
Solch außergewöhnlich perfekte Bestäubungsmechanismen resultieren aus einer sehr speziellen Anpassung der Orchidee an das Insekt. Doch die extreme Spezialisierung der Orchidee geht noch viel weiter: In der bestäubten Fruchtkapsel reifen tausende winziger Samen heran. Sie werden buchstäblich in alle Winde verstreut. Da sie kaum Nährgewebe zur Verfügung haben, sind sie auf spezielle Wurzelpilze angewiesen, die zur Keimung notwendig sind. Die Trefferquote ist zwar sehr gering, aber das Verfahren funktioniert offensichtlich. Große Mengen winziger Samen werden wahllos durch den Wind verstreut – so ist das Eine gleichzeitig Ursache und Wirkung des Anderen.
Allgemeines zur Biologie der Orchideen:

de.wikipedia.org | Orchideen