Wer eine Interpretation verfassen möchte, sollte zunächst klären, in welcher Erzählsituation dieser verfasst ist: Handelt es sich bei dem Erzähler um einen auktorialen, personalen oder einen Icherzähler? Außerdem sind die Erzählperspektive und der Modus interessant: Sieht der Erzähler die Geschichte aus der Innen- oder Außenperspektive? Wichtig ist auch, zu erkennen, welche Art der Rede verwendet wird, wie zum Beispiel erzählte, indirekte oder erlebte Rede oder ein innerer Monolog. Auch die Erzählzeit sollte man analysieren: So stellt sich die Frage, ob die Geschichte mit Rückblicken, einer Vorausschau oder ohne Chronologie erzählt ist und ob bestimmte Dinge kurz oder lang und einmal oder mehrmals erzählt werden.
Aufschluss über die Deutung kann man auch gewinnen, indem man die Handlungen und Charakterisierungen der Personen betrachtet, Symbole klärt und Mehrdeutigkeiten oder die Zuverlässigkeit des Erzählers einschätzt. Hilfreich sind außerdem Formbeispiele von Erzählungen derselben Epoche oder andere Texte des Autors.