Mit der Modernisierung im grafischen Gewerbe, sowohl in der Drucktechnik als auch in der Weiterverarbeitung, kommen viele Materialien nicht mehr zum Einsatz. Neben den bisher gebräuchlichen Bleisatzbuchstaben werden auch die Holzlettern nicht mehr benötigt. Bis zur Umstellung auf die Offsettechnik wurden sie hauptsächlich im Plakatdruck ab DIN A 3 zum Satz von Schlagzeilen eingesetzt. Wie in den kleineren Schriftgraden verfügen auch die Holzbuchstabensätze über mehrere Schnitte, z. B. mager, fett, breit und kursiv – üblicherweise in den Schriftgrößen 8 bis 20 Cicero. Die einzelne Type besteht aus hartem Buchsbaumholz und ist daher sehr unempfindlich. Wenn auch der Satz und Druck mit Holzlettern heute der Vergangenheit angehört, haben sich deutschlandweit einige Museen und Vereine dieser Technik angenommen – einschließlich Holzlettern-Verkauf.
Heute übernimmt der Personal Computer den Satz von Plakatschriften. Die Holzschriften indes haben ihre Überlebensnische gefunden. Da ist zunächst der Kunstbetrieb, der weiterhin in manchen Bereichen am Buchdruck festhält, z. B. Künstlerbuch, Kunstplakat. Zum anderen können die Holzbuchstaben zur Dekoration von Wohnräumen beitragen. Hierbei kann mit den verschiedensten Schriftgraden und -familien variiert werden.
Im Verlaufe der Zeit haben sich verschiedene Bezeichnungen für die Holzlettern eingebürgert. Die Mehrfach-Benennungen Holzletter, Holzbuchstaben und Holzdruckbuchstaben führen häufig zu Irritationen: Die Holzletter und der Holzdruckbuchstabe sind seitenverkehrt geschnitten und in der Druckerei beheimatet. Der Holzbuchstabe indes verfügt über ein seitenrichtiges Schriftbild und findet sich hauptsächlich in den Kinderspielzimmern wieder, meistens farbig bemalt.